Der Weg – und was dabei entstanden ist
Weniger Lebenslauf, mehr Werkstattbuch: zu jeder Station die Projekte, an denen ich wirklich etwas gelernt habe.
Die erste eigene Webseite
Rund um mein Auslandsjahr habe ich eine Informationsseite auf Basis des Baukastens Jimdo aufgebaut und mit vielen eigenen Inhalten gefüllt – für alle, die dasselbe vorhatten und vor denselben Fragen standen. Der erste Kontakt damit, Wissen so zu ordnen, dass andere damit etwas anfangen können.
Feinwerkmechaniker
Die Ausbildung an der Werkbank: Drehen, Fräsen, Feilen, Passungen, Messtechnik. Neben den Ausbildungsstücken durfte ich Geräte bauen, die anschließend in der Forschung tatsächlich benutzt wurden – Einzelanfertigungen, für die es nichts zu kaufen gab.
Viertaktmotor
Ein funktionsfähiger Verbrennungsmotor, komplett selbst gefertigt.
Stirlingmotoren
Etliche Stück – Wärme rein, Bewegung raus, ganz ohne Verbrennung im Zylinder.
Kakerlakenlaufbahnen
Versuchsaufbauten zur Beobachtung von Laufverhalten – für das Biozentrum.
Mäuselaufbänder
Laufbänder für Versuchstiere, ausgelegt auf gleichmäßigen Lauf und leisen Betrieb.
Vom Werkstück zum System
Angefangen an der TH Köln in Gummersbach, nach zwei Semestern gewechselt an die Rheinische Fachhochschule und dort 2023 den Bachelor gemacht. Im Studium kam zur Konstruktion die Software dazu – vor allem Bildverarbeitung und Robotik. Die Projekte, an denen ich am meisten gelernt habe:
Stereoskopie mit zwei Kameras
Räumliches Sehen mit OpenCV: aus zwei Kamerabildern die Lage eines Objekts als Vektor bestimmen – Kalibrierung, Triangulation, Auswertung.
Objekterkennung mit YOLOv3
Neuronale Objekterkennung mit OpenCV und Darknet in Python – Bilder analysieren, Objekte finden, einzeichnen, benennen.
Bajonett-Schnellwechsler
Projektarbeit bei igus: 3D-gedrucktes Schnellwechselsystem für Endeffektoren an Low-Cost-Robotern – konstruiert, gedruckt, getestet.
Trainingsportal für den igus ReBeL
Bachelorarbeit: ein Trainingsprogramm zur Inbetriebnahme des ReBeL-Cobots – von der Kinematik-Auswahl über Videomodule bis zur Erprobung mit echten Teilnehmern.
Werkstudent und Bachelorand
Der Übergang von der Hochschule in die Konstruktion: erst als Werkstudent, dann mit der Bachelorarbeit im selben Haus. Zum ersten Mal Bauteile, die nicht für eine Prüfung entstehen, sondern für eine Serie – mit allem, was daran hängt: Toleranzen, Fertigbarkeit, Kosten, Rücksprache mit Leuten, die es später herstellen müssen.
Die Werkstatt zuhause
Was mich reizt, entsteht am eigenen Schreibtisch: erst konstruiert, dann gedruckt, dann so lange geändert, bis es passt. Manches davon ist so brauchbar geworden, dass ich die Modelle auf 3D-Druck-Plattformen zum Kauf anbiete.
Eigene Bitcoin-Node
Ein Netz ohne zentrale Stelle verstehen: eigene Node aufgesetzt und betrieben, um die Blockchain vollständig selbst zu validieren.
Ahoj-Brause-Automat
Karnevalsprojekt: ein Automat samt passendem Kostüm.
Jetpack
Als Daniel Düsentrieb durch den Karneval – Verkleidung mit Rückentriebwerk.
Reissdorf-Männchen
Das Männchen vom Rudolfplatz nachgebaut – zuhause konstruiert und gedruckt.
Rennrad-Zubehör
Halterungen und Ladestationen für Garmin RTL und direkt am Rad – auf 3D-Druck-Plattformen erhältlich.
Design Engineer Core Units
Konstruktion von Kernkomponenten für Getriebeturboverdichter. Die Daten dazu laufen über 3DEXPERIENCE und SAP R/3 – Stücklisten, Änderungsstände, Freigaben. Ein Bauteil ist eben erst fertig, wenn auch die Papiere dahinter stimmen. Nebenher entstanden im DigitEnergas-Team erste Softwarelösungen – und privat die Werkzeugkette vom Konfigurator über das Prozessbild bis zur Auslegung, ein kompletter Maschinen-Simulator und eine eigene Messkette fürs Condition-Monitoring.
Engineer AI/ML · Predictive Maintenance & Condition-Monitoring
Der nächste Schritt im selben Haus: maschinelles Lernen auf den Betriebsdaten der Maschinen im Feld – Zustände vorhersagen, bevor sie zum Stillstand werden. Genau das, was ich privat mit eigener Messkette, MQTT und LSTM-Netzen aufgebaut habe, nur an echten Turboverdichtern. Selten wird ein Hobby so wörtlich zum Beruf.
Neben dem Studium habe ich durchgehend gearbeitet: im Familienbetrieb, beim Gesundheitsamt Köln und bei Muskelkater Sport Köln. Hier stehen nur die Stationen, an denen technisch etwas hängen geblieben ist.
Immer dieselbe Reihenfolge
Verstehen, wie es physikalisch funktioniert. Dann etwas bauen, das genau diese eine Aufgabe löst. Dann so lange verbessern, bis es im Alltag standhält. Ein Beispiel, wie weit dieser Bogen trägt: Aus Neugier habe ich eine Messkette gebaut – ESP32-Sensorik an einem Motor, Daten per MQTT auf einen Raspberry Pi, LSTM-Netz zur Anomalie-Erkennung. Erst war das Spielerei am Schreibtisch, dann der Kern meines Verdichter-Simulators – und ab August mein Beruf: dieselbe Fragestellung, nur mit den Felddaten echter Turboverdichter.
Womit ich arbeite
Quer durch die Kette: vom Blech bis zum Browser.
Maschinenbau
- Turbomaschinen
- Aerodynamik
- Rotordynamik
- Konstruktion
- Toleranzen
- Feinwerktechnik
Software
- Python
- C++
- Rust
- JavaScript
- PHP
- SQL
- HTML/CSS
- SVG
- Flask
Elektronik & Daten
- ESP32
- Arduino
- Raspberry Pi
- MQTT
- InfluxDB
- Sensorik
Maschinelles Lernen
- PyTorch
- TensorFlow
- OpenCV
- LSTM
- Zeitreihen
- Anomalie-Erkennung
- Predictive Maintenance
Fertigung
- 3D-Druck
- Drehen
- Fräsen
- Messtechnik
- Prototypenbau
CAD & 3D
- Inventor
- CATIA
- Creo
- Blender
PLM & ERP
- 3DEXPERIENCE
- SAP R/3
- Stücklisten
- Änderungsstände
Fragen zu einem der Projekte?
Am besten über LinkedIn – dort steht auch der ausführliche Werdegang.